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G04 – one thought

shumatsu dosaDas erste Training war sehr aufschlussreich. Muguruza Sensei sprach über die Eigenheiten des Yoshinkan-Aikido, dass man nicht versuchen solle, Fehler in der statischen Ausführung durch Kraft oder plötzliche Bewegungen zu kaschieren.. Ausserdem sei gerade das statische Einüben der Techniken ein wichtiger Aspekt des Yoshinkan. Hier kommt Uke eine wichtige Aufgabe zu: Er soll die Technik nicht blockieren, was bei einer statischen Ausführung ja durchaus leicht anzustellen ist. Er soll vielmehr shite die Möglichkeit geben die gemachten Fehler selbst zu erstpühren. Man kann somit sagen, dass die Rolle des Uke genauso fordernd wie die des shite ist.
Außerdem meinte er, dass eine Technik auch im statischen Üben funktionieren müsse und dort natürlich schwerer sei. Man darf der Versuchung nicht erliegen, Fehler durch Dynamik überspielen zu wollen.

Ein lockerer Uke ist ein Spiegel für shite.

Muguruza Sensei mit Ralf im ShionageWenn Uke mitgeht und sich so bewegt, wie er sich bei einer dynamischen Ausführung bewegen würde, dann kann shite leichter seine Fehler nachvollziehen. Dieses aktives Ukemi ist sehr fordernd für Uke. Ein gutes Aufmerksamkeitstraining. Uke ist der, der annimmt, aber nur, wenn er will.

Das Schöne am Aikido ist, dass man abstrakte Ideen durch körperliche Tätigkeit erfahren kann.

Beispiel: Lasse Uke mitkommen. Wenn eine Technik zu schnell oder mit zu viel Kraft ausgeführt wird, dann wird sich Uke nicht mitmachen bzw. sich dagegen wehren. Versuche daher, auf Uke einzugehen: wie schnell kann er sich bewegen? Wieviel Kraft soll eingesetzt werden?
Zumindest auf die letzte Frage ist die Antwort: wenig. ;-)

Muguruza Sensei unterstrich mit seinen Demonstrationen seine Aussage, dass es sehr wichtig sei während der Ausführung einer Technik einzelne Körperteile nicht in verschiedene Richtungen zeigen zu lassen. D.h. Hüften, Knie und Arme sollen immer in eine Richtung weisen.

Wenn der Körper separiert, wird der Geist unfokusiert. Aus einem Gedanken entstehen zwei, oder drei,…

Außerdem ging Muguruza Sensei auf die Dynamik des maai – des richtigen Abstands zum Gegner – ein. Da Entfernung und Timing sich die ganze Zeit ändert, ist das richtige maai auch etwas Fließendes, das nicht mal für denselben Gegner immer gleich ist.

Technisches
Im ersten Training habe ich folgendes gelernt:

  • Die Kante des hinteren Fußes soll den Boden berühren.
  • Ein 90°-Winkel zu Uke ist schlecht, da sich so die Kräfte von shite und uke im Wettstreit befinden (man versucht einander ‘wegzudrücken’). Besser sind flachere Winkel. So ‘vereinigen’ sich die Kräfte der Kontrahenten in eine gemeinsame Richtung. Für shite wird es einfacher den Angreifer zu lenken.
  • In Kamae ist die untere Hand genauso gekrümmt (oder nicht) wie die obere.
  • Die Hand, die Uke greifen soll, muss angeboten werden. D.h. für Uke soll der Anschein einer ‘Lücke’ entstehen.

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