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Was ist eine ‚holonische Multiagentensimulation‘?

Im Bereich der Verteilten Künstlichen Intelligenz gibt es das Konzept des Agenten. Ein Agent ist eine autonome, (mehr oder weniger) intelligente Einheit. Also sind zum Beispiel Roboter, Ameisen aber auch Menschen Agenten in diesem Sinne.

Als Holon bezeichnet man nun Agenten, die wiederum aus Agenten bestehen. Man redet hier von super– und sub-.

Es gibt Holonen mit Anführer – z.B. die Verteidigung einer Fußballmannschaft, aber auch Holonen ohne explizite Führung – z.B. Ameisen, die foragieren (das Nest mit Essen versorgen). Man sieht, die Einführung des Holonenbegriffs in eine Systembetrachtung erhöht den Abstraktionsgrad. D.h. man braucht auf einer bestimmten Abstraktionsstufe nicht mehr die einzelnen Mitglieder (Sub-Holonen) der Verteidigung in einer Fußballmannschaft zu betrachten, sondern betrachtet nur noch die Verteidigung (als Super-Holon) als Ganzes.

Aus dieser Sichtweise entwickelte Arthur Koestler den Begriff des Holonen:

Der Begriff Holon (von griechisch hólos [ὅλος] und
on [ὀν]: ganzes Seiendes) wurde von Arthur Koestler geprägt und bedeutet ein Ganzes, das
Teil eines anderen Ganzen ist.

D.h. der einzelne Fußballspieler ist ein Ganzes. Also solches ist er jedoch wiederum Teil eines größeren Ganzen, der Verteidigung. Die wiederum ist Teil der Mannschaft, etc.

Diese Betrachtungsweise funktioniert jedoch auch in die andere Richtung: Der Fußballspieler als Ganzes besteht aus einzelnen Körperteilen, die wiederum …

So entsteht das Konzept der Holarchie: Jedes Ding ist ein Ganzes und gleichzeitig Zeil eines größeren Ganzen.

Holonische Multiagentensimulationen verwenden diese Idee zur Abstrahierung des Verhaltens eines Multiagentensystems.

Mehr zu meiner Diplomarbeit gibt’s unter holon.gungfu.de.

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