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Violette Zahlen

Heute sind mir bei der Lektüre von ongoing violette Absatzzeichen – ¶ – aufgefallen, die nur dann erscheinen, wenn man mit dem Mauszeiger über einen Absatz streift.

Was ist denn das?

Tim Bray, der Autor von ongoing, hatte schon im Mai davon geschrieben. Ich sollte doch alle Einträge anschauen…

Bei den violetten Zahlen (vz) geht es um die Möglichkeit Texte auf Absatzebene verlinken zu können. D.h. ein Absatz mit einer vz kann direkt verlinkt werden, weil er eine id hat. An diesem Absatz kann das ausprobiert werden. Wenn man auf das Absatzzeichen klickt, sieht man das Ergebnis.

An Introduction to Purple geht detailierter auf die Hintergründe ein.

Nachdem ich diese Seiten durch hatte, bin ich zu plinks – a purple numbers variant weitergestolpert. Dort wird eine auf JavaScript basierte Lösung beschrieben. Die setzt die Möglichkeit voraus, dass die ids der einzelnen Absätze bereits beim Erstellen des Textes festgelegt werden können. Im Grunde macht dieses Skript die id des Absatzes ‘einfach’ nur leicht zugänglich.

Hey, ich kann (konnte ;-) ) mit meinem WordPress das nicht machen!

Also habe ich mich nach einer weiteren Lösung umgesehen. Und die gab’s.

Es gibt ein PurpleNumbers-Plugin für WordPress. Also habe ich mir das installiert. Es fügt in praktisch alle blocklevel-Elemente ids ein, die dann verlinkt werden können. Damit habe ich ein wenig rumgespielt. War aber unbefriedigend. Nachdem ich einen Blick auf die resultierende html-Datei geworfen habe, die durch zusätzliches Markup extrem aufgeblasen wird, kam ich zu dem Schluß, dass dies nicht meine Lösung sein wird.

Das oben bereits angesprochene plink Skript von Simon Willson schien mir wesentlich eleganter.

Um’s kurz zu machen: Mit einigen Änderungen an meiner WordPress-Installation kann ich jetzt ids auf Absatzebene vergeben - weil ich erst jetzt überhaupt vernünftig p-Elemente eintragen kann - und verwende das Skript von Simon.

{ 2 } Comments

  1. Dicky Arts | 2004/9/19 at 12:10 | Permalink

    Sorry, daß ich schon wieder mal anderer Meinung (oder vielleicht einfach nur unwissend) bin.

    Zunächsteinmal ist das Verlinken von Absätzen über benannte Anker irgendwie nicht neu und man sieht es schon seit eh und je auf vielen Webseiten. Das einzig neue an dieser Technik scheint das Einfügen von Dummy-Links zu sein, die explizit auf diese Anker hinweisen. (Sorry, für meinen HTML-Dialekt, denn dort heißt es <A NAME=”Anker” >, während es in neuren Dialekten wohl eher <div id=”Anker” > heißt).

    Ich sehe auch ehrlich gesagt den Vorteil von diesen Anker-Links nicht – jedenfalls nicht in dieser massiven Ballung. Der Grund ist recht einfach: Wenn ich auf eine Webseite komme, orientiere ich mich erstmal an den Überschriften, worum es auf dieser Seite geht und ob sie mich interessiert. Wenn ich jetzt per Anker auf ein modernes 2- oder 3-spaltiges Layout geschickt werde, bei dem ich zu allem Überfluß auch noch in allen 3 Spalten mitten im Fließtext lande, werde ich als erstes ziemlich genervt nach oben scrollen, um zu sehen, wo ich gelandet bin. Das aber wiederum führt den Anker ad absurdum, da ich mir die Position auf der Seite natürlich nicht gemerkt habe. Daher favorisiere ich den Ansatz, größere Dokumente lieber auf mehrere einzelne, überschaubare Seiten zu verteilen, anstatt Endlosdokumente zu erstellen, in denen man über Anker navigiert.

    Und abschließend finde ich diese Links, die hier im Blog als Absatzsymbole erscheinen, nicht sonderlich intuitiv. Ich habe erst gedacht, die Seite wäre aufgrund dieser Symbole amateurhaft gemacht (M$-Word läßt grüßen…), habe es dann für einen Gag gehalten und bin erst jetzt aufgrund dieses Blog-Eintrags drauf gekommen, daß diese Symbole Links sein sollen.

    Sicherlich mache ich einen Denkfehler. Aber wo?

    Gruß

    Thomas

  2. Steffen | 2004/9/19 at 07:24 | Permalink

    Hallo Thomas,

    Bisher halten sich unsere Meinungsverschiedenheiten ja noch in Grenzen… ;-)

    Natürlich gibt’s diese Möglichkeit schon lange – ob nun per name-Attribute im a-Element oder per id in jedem beliebigen Element. Sie wurde nur nicht genutzt. Zur Zeit ist sie in Blogging-Kreisen jedoch ziemlich ‘en vogue’.

    Die Adressierbarkeit von Paragraphen hat einen enormen Vorteil, wenn man von anderen Seiten zitiert. So wird die Möglichkeit geschaffen, die zitierte Stelle exakt zu referenzieren, und nicht bloß die Seite, auf der das Original erscheint.

    Mit der Einführung der Violetten Zahlen schaffe ich also für andere Web-Autoren die Möglichkeit, absatzgenau in meine Seiten zu verlinken. Und dem Leser der referenzierenden Seite schaffe ich (und der Autor dieser anderen Seite) so die Möglichkeit, den größeren Zusammenhang ausgehend vom Original erforschen zu können.

    Vielleicht ist das unintuitiv. Die Leute, die das kennen, können es aber nutzen und wissen auch, wie es zu nutzen ist. Ich denke, jeder, der auf eine solche violette Seite verlinken möchte, kann auch feststellen, dass er das absatzgenau machen kann. Wenn nicht, dann ist das auch kein großer Verlust.

    Ich zumindest habe schon oft auf anderen Seiten den Quelltext angeschaut, um eine Verlinkungsmöglichkeit nahe einer bestimmten Stelle zu finden. Meistens gibt’s Anchor nur in der Nähe von Überschriften. Auf der DenkZEIT gibt es sie für jeden Absatz und sie sind kenntlich gemacht. Ich finde das superpraktisch.

    Ergo: Der Sinn besteht in der Möglichkeit zur absatzgenauen Quellenangabe.

    Übirgens habe ich eine eigene Implementierung geschrieben, die in Purple Numbers (for WordPress) beschrieben wird. Seltsam, dass der entsprechende PingBack hier nicht angezeigt wird…

    Im Zusammenspiel mit BackLinks in WordPress bieten violette Zahlen meiner Meinung nach ein enormes Potential für das Ineinanderweben von Information.

{ 2 } Trackbacks

  1. [...] nd das sogar echte Tabs. Das aber nur nebenbei. Und als Nebenbemerkung zur Nebenbemerkung: Violette Zahlen sind superpraktisch… ) Wegen vielen Nebenbemerkungen geht&# [...]

  2. [...] http://www.gungfu.de/facts/archives/2004/08/04/violette-zahlen/ -> purpe numbers ist eine möglichkeit, einzelne absätze innerhalb einer seite zu adressieren, d.h. genau anzusprechen. somit können innerhalb der seite anker gesetzt werden, wie es z.b. in “geschichte der otmarmusik” sinnvoll wäre. [...]

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