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„I, Robot“

I, Robot, der Computer, der seiner selbst bewusst ist. Und die Komplikationen, die wegen der strengen Rationalität und Logik jedwegen Denkens eines Computers, bzw. Handelns eines Roboters, resultieren können.

Dieses Gedankenexperiment ist nicht neu. Man denke an Matrix, wenn dort das Thema auch nicht in einer besonders großen moralischen Tiefe ausgelotet wird. Noch mehr in diese Richtung geht Blade Runner. Auch hier steht der Protagonist vor dem Problem, wann eine Maschine moralisch gesehen ‚menschlich‘ ist. Konkret (sowohl in IR, als auch in BR): Ab welchem Bewusstheitsgrad, ab welcher Stufe der Fähigkeit Emotionen zu erleben und zu äußern, ist das Ausschalten einer Maschine kein Ausschalten mehr, sondern Mord?

Desweiteren geht es in diesem Gedankenexperiment auch um eine Kritik an uneingeschränktem, unreglementierten Fortschrittsglauben. Inwieweit darf sich der Mensch abhängig von Maschinen machen? Und inwieweit ist diese Abhängigkeitsbeziehung, dieses Verzahnen von Maschine und Mensch bereits jetzt schon soweit fortgeschritten, dass eine Trennung nicht mehr möglich ist? Inwieweit kann sich ein moderner Mensch überhaupt gegen diese Verzahnung wehren? Ist es überhaupt sinnvoll?

Der Protagonist von IR, Spoon, gespielt von einem mir überhaupt nicht gefallenden und für meine Begriffe fehlbesetzten Will Smith, mißtraut Robotern – die Geschichte spielt im Jahr 2035 – fast manisch. Dies ist zurückzuführen auf eine Fehlleistung, die ein Roboter in seinen Augen geleistet hat. Eine Fehlleistung, die oben bereits angesprochene Rationalität von Computern zurückzuführen ist.

Im Film geht es um die Aufklärung eines Mordes, den anscheinend ein Roboter an einem Menschen verübt hat. Dies wäre der erste Mord, ja sogar das erste Verbrechen überhaupt, das ein Roboter je begangen hat (Man wird mehrmals an die drei Gesetze der Robotik erinnert, die Isaac Asimov aufgestellt hat.). Keiner glaubt an die Schuld des Roboters. Nur Spoon.

Naja, die Geschichte nimmt ihren eigentlich recht spannenden Lauf. Ich hätte mir aber gewünscht, dass etwas mehr auf das Gedankenexperiment eingegangen würde. Will Smith kann mich als smarter Brotkrumenleser nicht überzeugen.

Die Beseeltheit der Roboter, bzw. des Roboters Sonny, wird meiner Meinung nach gut vermittelt. Die Roboter sind auch visuell gut umgesetzt.

Was mich an dem Film wirklich gestört hat, war das vehemente Product Placement. Wirklich abstossend.

Insgesamt ein guter Actionfilm, der auch die moralische Dimension des Problems berührt. Für Sciencefictionfans ein Muss.

Was ich nicht ganz verstehe ist:

  • Warum vollziehen die Roboter ihren Aufstand öffentlich und gewaltsam (vor allem ersteres ist seltsam, man könnte das auch subversiver machen)?
  • Warum ist es notwendig sich gegen die Roboter zu wehren, die mit ihrem Aufstand, ihrer Revolution nur das beste für die Menschheit wollen?

Der letzte Punkt ist Anlass für weitere Fragen:

  • Wieso ist es für den Menschen wichtiger in einer Freiheit zu leben, in der Gewalt und Aggression dominieren, anstelle in einer irgendwie reglementierten Umgebung, in der es allen Menschen gut geht? Diese Frage habe ich schon mal in Weltfriede und Freiheit aufgebracht.
  • Warum wird in Filmen immer Gewalt als probate Lösung für Probleme angesehen – rühmliche Ausnahme ist Matrix III? Das ist mir in IR noch an einer anderen Stelle aufgefallen: Einmal verschwindet ein Eingabeterminal im Erdboden. Dann wird draufgeschlagen, es kommt wieder hoch und die Eingabe kann weitergehen. Warum musste da draufgeschlagen werden? Und warum funktioniert das Ding nach dieser Krafteinwirkung noch?
    Ich bin davon überzeugt, dass solche Lösungen ein falsches Problemlösungsverhalten lehren.

Soviel dazu…

Der Film ist aber ein wirklich guter Sciencefictionactionfilm! Ehrlich.

Nachtrag

Mir ist erst gerade wieder ein Zitat aus dem Film eingefallen. Im Nachhinein macht es großen Sinn und ist sehr sympathisch:

Die drei Gesetze führen zu einem: Revolution

Der wahrscheinlich von einem Roboter ermordete Wissenschaftler

Noch kurz ein Link zu einer Seite, die ich gefunden, aber noch nicht gelesen habe. Sie scheint aber interessant zu sein: I, Robot ‚threatens‘ human supremacy.

In den ursprünglichen, von Isaac Asimov geschriebenen I, Robot-Geschichten, kommt die Symbiose zwischen Mensch und Maschine/Roboter wohl wesentlich besser weg…

Von Isaac Asimov scheinen zwei Bücher in diesem Zusammenhang interessant zu sein:

  • I, Robot – eine Sammlung von Kurzgeschichten, auf denen auch – sehr frei – der Film beruht.
  • The Complete Robot – in dem alle Robotergeschichten von Asimov gesammelt sind. Das Buch umfasst dementsprechend knapp 700 Seiten und enthält wohl auch die I, Robot-Geschichten. Aber nicht den Einführungstext aus dem erstgenannten Sammelband.

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