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„Der Untergang“

Adolf Hitler

Der Untergang – ein Film über die letzten 12 Tage im Führerbunker in Berlin hat mich überrascht. Mir hat er sehr gut gefallen.

An dem Film wird kritisiert, dass er Adolf Hitler als Menschen darstellt. Ich finde, das ist genau richtig. Wenn man vergisst, dass es sich um einen Menschen gehandelt hat, der all diese unermesslichen Greueltaten zu verantworten hat (zusammen mit seinen Handlangern), dann nimmt man ihm etwas von seiner Schuld. Dann distanziert man sich von ihm durch sein Nicht-Mensch-Sein. Von der Tatsache, dass Menschen sich solche Grausamkeiten antun.

Der Mensch ist des Menschen Wolf.

Auch das Attestieren einer Geisteskrankheit entrückt Hitler. Im heutigen Rechtssystem sind psychisch gestörte Menschen schließlich schuldunfähig oder reduziert schuldfähig.
Dennoch fällt es schwer in Hitlers Verblendung und Wahn nichts krankhaftes zu sehen – was die Frage aufwerfen könnte, inwieweit Geistesgestörte vielleicht nicht doch schuldfähig sind?
Oder sind im Gegenzug die Mitläufer umso mehr schuldig?

Mir hat der Film die Irrsinnigkeit von Krieg – auch aktuellen, gegenwärtigen Kriegen – wieder vor Augen geführt. Krieg ist immer menschenverachtend. Irgendwie erliege ich manchmal dem Eindruck, dass Kriege wie der zweite Weltkrieg brutaler waren als jetzt. Wobei das sicherlich nicht stimmt. Man ist nur trotz der Aktualität und trotz der Medienabdeckung irgendwie distanzierter – entfremdet. wie Der Untergang erinnern mich daran, dass Krieg immer falsch ist.

Irrsinn, Wahnwitz, Verzweiflung.

Die Wechsel zwischen der angespannten aber relativ friedlichen, weil abgeschirmten Umgebung des Bunkers. Eva Braun schreibt einen Brief, gewissermassen ihr Testament, an ihr liebes Schwesterlein, in dem sie nur materielle Werte verteilt – ein Armband hier eine Uhr dort. Dann die Straßen ein paar Meter darüber. Menschen laufen um ihr Leben. Granaten schlagen ein. Man hört ständig irgendwelche Explosionen, die Luft ist mit Geschossen erfüllt. Menschen sterben. Frau Braun schreibt, dass sie ihre Uhr leider in die Reparatur gegeben hat, aber dass der Uhrmacher die Uhr an ihre Schwester aushändigen solle – die Adresse des Uhrmachers wird beigefügt. Irrsinn.

An Anfang und Ende des Films stehen Ausschnitte aus einem Interview mit Traudl Junge, der Privatsekträterin von Hitler, das im Jahr 2000 geführt wurde. Am Ende erzählt Frau Junge, wie sie einst an einer Gedenktafel für Sophie Scholl vorbeigegeangen sei und dass sie da festgestellt habe, dass sie im gleichen Jahr geboren wurden und dass sie in dem Jahr, in dem Sophie Scholl hingerichtet wurde, zu Hitler gekommen ist. Sie endet mit den Worten:

In dem Moment habe ich eigentlich gespürt, dass es keine Entschuldigung ist, jung zu sein, sondern dass man auch hätte vielleicht Dinge erfahren können.

{ 1 } Trackback

  1. […] ten Tracks, die neu aufgenommen wurden. Außerdem enthält es vier vollständig neue Tracks.
    Neulich im Kino wurde für dieses neu erschienene Album Werbung gemacht. Das Lied Ox […]

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