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Intelligentes Design

Keine Angst, es soll nicht darum gehen, wie ich meine Software entwickle. Vielmehr soll es um Theismus gehen, dem Glauben also, dass es einen Gott gibt und dieser in der Welt wirkt. Speziell: Dass dieser Gott die Welt erschaffen hat. Und alle sich darin befindlichen Lebewesen.

Angeregt wurde ich dazu durch den Beitrag Evolution contra Schöpfung auf Bayern 2, den ich gerade auf dem Nachhauseweg von der Arbeit zu hören in der freudigen Lage war.

Konkret geht es um das Bestreben einiger fundamentalistisch protestantischer Christen in den Vereinigten Staaten von Amerika, den Religions- in den Biologieunterricht zu integrieren. Zu diesem Zweck wurde eine pseudowissenschaftliche Form des Kreationismus aus dem Boden gestampft, die sich IntelligentDesign nennt.

IntelligentDesign könnte als PR-Maßnahme der Kreationisten gesehen werden, eine bestimmte Art der religiösen Lehre, nämlich der des Kreationismus, in die Schule, genauer, in den Biologieunterreicht zu bringen. Und zwar als Alternative zur Evolutionstheorie nach Darwin. Damit die Kinder die Möglichkeit haben, sich frei ihren freien Willen bilden zu können, müssen solche Alternativen – per Gesetz und Verfassung – auch im Unterricht erwähnt werden. Die „Erhebung“ des Kreationismus in seiner Ausprägung des IntelligentDesigns zu einer wissenschaftlichen, wenn auch kontrovers diskutierten, Disziplin macht somit eine Erwähnung notwendig.

Oben habe ich erwähnt, dass die Vertreter des ID hautpsächlich Protestanten sind. Warum dem so ist? Die katholische Kirche vertritt eine ‚eigene‘ Lehre, die sich theistische Evolution nennt: Gott erschuf die Welt und verbessert sie mit Hilfe der Evolution. So ähnlich, wie das auch ein Informatiker machen würde. Durchaus sympathisch also.

Das erinnert mich an meinen Biologielehrer, der immer gesagt hat, dass die Komplexität der Abläufe, die in einem Organsismus stattfinden, nicht vom Glauben weg, sondern zu ihm hin führt.

Genau darum geht es den intelligenten Designern: Das Leben ist zu komplex als dass es zufällig hätte entstehen können.

Über einen ähnlichen Gedankengang – der Kreator muss ja nicht unbedingt ‚Gott‘, sondern könnte ja auch ein Außerirdischer sein – habe ich in Der Kommentar macht’s… auch beim Menschen im Zusammenhang mit CodingDNA geschrieben.

Soviel zur Anregung selbstätiger Recherchearbeit meinerseits. Zum Thema “Komplexität‘ werde ich ein ander Mal versuchen anregend zu sein…

{ 4 } Comments

  1. Emerentia | 2006/4/4 at 10:10 | Permalink

    Ich habe darüber ja schon kurz berichtet. Was ich besonders erschreckend an den Kreatonisten finde ist, dass diese die Bibel nicht nur wörtlich nehmen, sondern ihre Meinung (per Gesetz) auch noch unschuldigen, ahnungslosen Kindern aufzuoktruieren! Es sollte eine Art „Bibel-Lese-Führerschein“ geben: wie lese ich die Bibel richtig. Ich weiss nicht, ob den „Bibeltreuen“ das Stilmittel der Metapher bekannt ist?!

  2. Ben Schmidt | 2007/1/17 at 04:40 | Permalink

    Wenn ihr denkt, dass ihr eure Ansicht in die Ansicht der Kreationisten oder Bibeltreuen hinein interpretieren könnt, ohne dass ihr euch vorher mal mit ihrer Grundlage, nämlich der Bibel, auseinander setzt, dann kann man über eure Aussagen über die „erschreckenden Ansichten“ der Bibeltreuen nur lachen!

    „Meiner Meinung nach ist die Bibel Gottes größtes Geschenk an den Menschen. Alle Wohltaten des Erlösers der Menschheit werden uns durch dieses Buch bekannt. Ich musste schon oft auf die Knie gehen, weil ich fest davon überzeugt war, dass es dazu keine Alternative gab.“ – Abraham Lincoln

  3. Steffen | 2007/1/17 at 09:37 | Permalink

    Woher willst du wissen, dass wir uns nicht mit der Bibel beschäftigt haben?

  4. Emerentia | 2007/1/18 at 12:09 | Permalink

    Ich habe mich mit der Bibel beschäftigt, ich kritisiere sie selbst auch nicht. Aber ihre leider allzu fanatische Auslegung prangere ich an. Daher auch meine Forderung nach einem „Bibel-Lese-Füherschein“: wie lese ich die Bibel richtig, ohne sie zu missinterpretieren. Leider besteht die Gefahr, der Bibel einen „gott-ähnlichen oder fetisch-artigen Charakter“ (vgl. Wikipedia:Bibel) zu verleihen. Das darf aber nicht sein.

    Das Zitat Lincoln’s widerspricht meiner Forderung nicht, da es lediglich als subjektive und individuelle Meinung („[…] weil ich fest davon überzeugt war, […]“) aussagt, dass man die Bibel für viele Lebenslagen zu Rate ziehen kann. Dies ist im Grunde auch gut so. Nur muss man diese Ratschläge auch deuten können. Das dies nicht ganz einfach ist zeigen die zahlreichen Verständnisschwierigkeiten der verschiedenen Bibelübersetzungen.

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