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Digitale Bilder verwalten mit Tags

Ich muss zugeben, die Idee ist schon alt. flickr bietet schon seit Eeeewigkeiten die Möglichkeit an Schlüsselwörter, sogenannte Tags zu hängen. del.icio.us bietet einen ähnlichen online-Service für Bookmarks.

Diese Möglichkeiten habe ich lange Zeit nicht beachtet – zu Unrecht, wie ich jetzt sicher bin. Seit einiger Zeit verwende ich jetzt hier, auf der DenkZEIT, nicht mehr Kategorien, sondern Tags um die Einträge zu gruppieren. Wobei es im Falle von WordPress-Kategorien gar keinen großen Unterschied macht. Die TagCloud sieht aber cooler aus… 😉

Abgesehen vom Coolnessgrad haben Tags noch echte Vorteile. So ist es natürlicher einem Blogeintrag mehrere Tags zuzuordnen als mehrere Kategorien. Außerdem erfindet man einfach neue Tags, wenn man einen Eintrag hat, der nicht so recht von den bisherigen Tags beschrieben werden kann. Bei Kategorien ist das anders, weil sie starrer sind. Irgendwas denkt man sich ja beim Erstellen der Kategorie-hierarchie. Neue Kategorien in den vorhandenen Baum einzupassen ist nicht so einfach, wie ein Tag zu erstellen, das erstmal nirgends hinpassen muss, sondern nur den Eintrag zu beschreiben hat.

Seit dem Wochenende experimentiere ich noch mit einer weiteren Möglichkeit Tags einzusetzen. Und zwar bei der Verwaltung meiner inzwischen doch recht groß und unübersichtlich gewordenen Sammlung an Digitalfotos. Beim Einsortieren in Unterverzeichnisse mache ich mir zwar die Mühe, Datum und Gelegenheit der Bildentstehung einfließen zu lassen. Die sich dann in einem solchen Unterverzeichnis befindlichen Bilder sind weiterhin aber unsortiert und ohne Zusammenhang zu anderen Bildern in anderen Unterverzeichnissen. Irgendwie unpraktisch, wenn man auf die Schnelle alle Bilder sehen möchte, auf denen die Mühlbergers zu sehen sind.

Also habe ich mich nach Software umgesehen, mit der ich meine lokalen Bilder – wie bei flickr – mit Tags versehen kann. Da gibt es einiges, aber Picasa von hat mir am besten gefallen – ich mag bunte Oberflächen mit Morpheffekten… 😉

Labels und Tags

Zunächst habe ich angefangen, die Bilder mit Labels zu versehen. Das ist aber recht umständlich, wenn man mehrere Labels an ein Bild hängen möchte. Für jedes Label erstellt automatisch sowas wie einen (virtuellen) Ordner, in dem alle Bilder mit dem Label angezeigt werden. Dies geschieht wie überall auf der Oberfläche erstmal in Form von Thumbnails.

Dann habe ich herausgefunden, dass die Keywords in Picasa genau wie Tags funktionieren und konnte noch rechtzeitig umsteigen. Das Hinzufügen von Keywords/Tags geht ganz schnell mit der Tastenkombination STRG + k, wenn ein oder mehrer Bilder eines (physischen) Ordners selektiert sind. Man kann gleich mehrere Tags angeben, bevor man Hinzufügen klickt, bzw. RETURN drückt. Das spart Zeit, weil Picasa die Tags gleich in das Bild schreibt.

Richtig gelesen, die Tags verwaltet Picasa nicht nur für sich in einer Datenbank – was das Suchen schnell macht – sondern schreibt sie gleich als Metadaten in das getaggte Bild. Hier wird der IPTC-Standard unterstützt. Lädt man ein solches Bild zu flickr, so liest flickr diese Daten aus und verwendet die Tags gleich selbst. Ungewohnt (weil die Bilder verändert werden), aber praktisch.

Verwenden von Wechseldatenträgern mit Picasa

Habe ich übrigens schon erwähnt, dass alle meine Bilder auf einer externen USB-Platte sind? Ist aber so…

Nachdem ich einige Zeit im kreativen Wahn mit Taggen verbracht habe, habe ich in einer Pause den Computer runtergefahren und eine andere Sache erledigt, die auch ein Umstecken von USB-Geräten notwendig machte. Beim Wiederhochfahren hatte dann meine Bilder-Platte einen anderen Laufwerksbuchstaben. Und alle Tags waren weg.

Keine Panik. Panik! Eine Recherche im Netz brachte die Erkenntnis, das Picasa mit Wechseldatenträgern (noch) nicht zurecht kommt. PANIK! Aber, nun, solche Aussagen sind ja für den normalen Computeranwender. Nicht für einen Poweruser und Hacker wie mich. Das Zuweisen eines anderen Laufwerksbuchstabens ist nicht mal so schwer (siehe How to change drive letter assignments in Windows XP). Kurz: Systemsteuerung -> Verwaltung -> Computerverwaltung -> Datenträgerverwaltung -> format c: -> rechter Mausklick…

Und et voila ist nach einem Picasa-Neustart meine Bildersammlung wieder on-line… 🙂

Wer suchet…

Die Suche funktioniert recht schnell und nutzt viele Informationen. Tags fließen ebenso in das Suchergebnis ein wie Dateinamen und Verzeichnisnamen. Man kann nach Zeiträumen filtern, usw, usf.

Weitere Helferchen

  • Picasa bietet noch eine ganze Reihe weiterer nützlicher Feautures. Man kann seine Bilder ins Fotolabor schicken. Aber nicht irgendsoein Google-Fotolabor, sondern an eine ganze Reiher deutscher Labors. Mein Lieblingslabor ist auch dabei.
  • Man kann Bilder per email zu flickr schicken.
  • Man kann Bilder auf sein Blog stellen – das geht aber wohl nur mit Google-Blogs.
  • Man kann Bilder nachbearbeiten.

Ich würde vorschlagen: einfach mal ausprobieren. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass Picasa umsonst ist (wie: kostet nix)? Ist aber so. Wahrscheinlich aber führt Google irgendeine Gemeinheit im Schilde. Die Weltherrschaft erlangen oder so…

{ 2 } Comments

  1. Emerentia | 2006/7/11 at 09:29 | Permalink

    Oder Google sendet all deine Bilder heimlich zur GoogleSeverFarm, dann kann sich jeder deine Bilder ansehen …
    Was seh ich denn da? Steffen in der Badewanne – Nackt?! 😉

  2. Dirk | 2006/7/11 at 01:50 | Permalink

    Das mit der Bilderverwaltung ist nicht so ganz einfach 😉 Demnächst wird es bei uns auch eine Artikelserie dazu geben, die das verfügbare Softwareangebot gründlich beleuchtet (wobei Windows Software außen vor bleiben wird). Der Schwerpunkt wird aber eher in Richtung Workflow gehen. Nun ja, erst mal Diplomarbeit fertig machen…

    Meine Erfarung ist aber, daß man am Anfang gerne taggt und es irgendwann dann vernachläßigt wird. Weniger ist hier meist mehr. Als praktisch hat es sich herausgestellt, die Personen einzutragen, so daß man schnell alle Bilder von der kleinen Schwester finden kann, wenn man mal ein Foto braucht.

{ 1 } Trackback

  1. […] Ich verwende ausschließlich OS X als Betriebssystem. Windows Software bleibt also hier komplett außen vor. Steffen hat auf gungfu.de bereits einige seiner Erfahrungen mit der entsprechenden Windows Software geschildert. […]

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