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Der Barcode auf den Online-Tickets der Deutschen Bahn. Oder: QR-Code als Straßenkunst

QR-Code with a twist

Auf einem Online-Ticket befindet sich oben rechts ein Quadrat mit kleineren schwarzen und weissen Kästchen. Offensichtlich funktioniert das wie ein Bar- oder Strichcode, weil der Zugbegleiter – anscheinend zum Verifizieren des Tickets dieses Quadrat einscannt.

Es gibt verschiedene solche 2D-Barcodes. Welchen die Bahn verwendet, kann ich nicht mit Sicherheit sagen – ich habe gerade kein Online-Ticket zur Hand.

Der interessanteste 2D-Barcode ist wohl der „QR-Code„, der 1994 in entwickelt wurde. Mit ihm können nicht nur Zahlen codiert werden, sondern generell binäre Daten. Durch Fehlerkorrektur kann der Code selbst dann eingelesen werden, wenn er teilweise zerstört ist.

Mit Semapedia (via Ned Batchelder „Semapedia„) kann man für Wikipedia-Einträge QR-Code erstellen. Den kann man dann an einem Objekt der physischen Welt anbringen (z.B. als Sticker) und schafft so einen „Link“ zum entsprechenden Wikipedia-Eintrag. Man taggt das Objekt sozusagen.

Toll, dass man dann – wenn man seinen QR-Scanner, sein PDA und einen Internetanschluss dabei hat (alternativ tuts wohl auch ein japanisches Handy) – gleich den Eintrag beispielsweise zum Thema „Schaufenster“ ansurfen kann.

Streetart

Das Ergebnis ist dann sowas wie semantische Streetart. Vielleicht kann man die Barcodes ja noch in eine andere Form bringen als die Quadratische…

Lustig wird’s auch wenn unterschiedliche Leute dasselbe Objekt unterschiedlich „Taggen“. Ein Schaufenster voll mit Stickern zu den jeweiligen Wikipedia-Einträgen: Beleuchtung, Schutzglas, Mode, Haushaltswaren, Sicherheitsglas, Einbruchsicherung, Herrenausstatter, Alarmgesichert, Dessous, Glasverarbeitung, Kannnixmehrsehen…

{ 8 } Comments

  1. Emerentia | 2007/9/10 at 09:48 | Permalink

    So ähnlich sieht es übrigens acuh aus, wenn man sich seine Briefe online bzw. zuhause frankiert. Aber wo liegt der Unterschied, ob „mit ihm […] nicht nur Zahlen codiert werden [können], sondern generell binäre Daten“? Für mich sind binäre Daten (wie der Name ja schon sagt) eigentlich „noch weniger als Zahlen“, da binäre Daten nur aus 0 und 1 bestehen, die Zahlen (im Dezimalsystem wenigstens) aus 0-9. Wie ist dieser Vorteil zu verstehen?

  2. Marvin Hegen | 2007/9/10 at 10:44 | Permalink

    Hallo,

    Also die Deutsche Bahn benutzt meines Wissens den Aztec-Code während die Post auf die Datamatrix setzt.

    Die Software fürs Handy, einen sogenannten Reader, kann man bei verschiedenen Anbietern herunterladen (bspw. Kaywa). Diese laufen meist auf jedem kamerafähigen Handy, also nicht nur auf japanischen Modellen. Wobei japanische Modelle den Vorteil haben, dass meist ein Reader auf dem Gerät vorinstalliert ist.

    Gruß
    Marvin

  3. Steffen | 2007/9/10 at 10:10 | Permalink

    @Emerentia
    Theoretisch hast du natürlich Recht.
    Wenn du dir aber die QR-Seite anschaust, siehst du, dass auf dieselbe Fläche weit mehr numerische als binäre Daten untergebracht werden können (was auch immer die mit „Data Capacity“ meinen).
    Ich denke daher, dass es ein Optimierungsproblem ist. Dass bei einer Spezialisierung (z.B. eben auf numerische Daten) mehr Daten gespeichert werden können. Oder der Kodier- und Dekodieraufwand minimiert werden kann.
    Frag mich nicht, warum man die binären Daten nicht Hexadezimal (alphanumerisch) speichert und dadurch Platz spart.

    Generell würde ich sagen: Um platzsparend sowohl binäre als auch numerische oder alphanumerische Daten unterzubringen, bräuchte man unterschiedliche Modi. Man müsste in der Matrix kennzeichnen, welcher Modus verwendet wird. Also einen Header einbauen. Ähnlich wie bei UTF-16. Dazu wird aber wiederum Platz benötigt, der gespart werden soll.
    Ich nehme daher an, dass nur ein Modus gefahren wird, der irgendwie spezialisiert ist – z.B. auf numerische Daten. In diesem Modus werden die anderen Modi dann simuliert. So ähnlich wie bie BCD, wo Gleitkommazahlen quasi als Strings kodiert werden (und wodurch auch Platz verschwendet wird – die Ziffern von 0 bis 9 brauchen ja nicht ganz 4 Bit).
    Andere Codes sind so ’schlecht‘ (oder so spezialisiert – wie der MaxiCode von UPS), dass sie nicht genügend Plazt für eine vernünftige Bit-Darstellung haben.

  4. Emerentia | 2007/9/10 at 10:34 | Permalink

    Ich denke du hast recht, dass es bei diesem Kodierungsverfahren um Platz geht – nicht Speicherplatz sondern um Kuvertfläche. Und ich kann mair dann schon gut vorstellen, dass dieses Kodierungsverfahren auf „Kuvertfläche“ optimiert wurde – auf einer Gratwanderung zwischen Funktionalität (viel Info bei wenig Fläche) und Robstheit (Kodefläche auch im alltäglichen Einsatz gut erkennbar).

  5. Steffen | 2007/9/10 at 10:53 | Permalink

    Interessant ist es allemal. Ich möchte noch ein Stichwort – das Stichwort – anfügen: Kompandierung! 😉

    Marvins Blog Mobile Tagging ist übrigens sehr interessant…

    N T-Shirt mit’m coolen beetagg wär doch was… Oder ne Visitenkarte.

  6. Emerentia | 2007/9/10 at 11:35 | Permalink

    Na, dann sag ich: Quellcodierung 😛
    BTW: Die Softwareseite muss dafür hier wohl den Mehraufwand bei der Erkennung und De-/Encoding leisten…
    Und dann sag ich nur: PTIME ⊆ NPTIME ⊆ PSPACE = NPSPACE
    P.S.: Kennst du die Jungs von Tagnition von Hier-um-die-Ecke?

  7. Steffen | 2007/9/13 at 06:59 | Permalink

    Nein, die kenne ich nicht – erzähl!

  8. Emerentia | 2007/9/13 at 09:15 | Permalink

    Naja, den Link den du verlinkt hast führt ja zu Mobile Tagging (war ja der Sinn dahinter). Darauf gibt es einen Link zu Tagnition (scheinbar den Urhebern des Blogs). Und in deren Impressum ist die Grombühlstr. in Wü angegeben – daher dachte ich du kennst die evtl…
    Auch gibt’s scheinbar noch farbigen 4D-Barcode (eigentlich dürfte der gar nicht mehr BARcode heissen, weil ein Bar ja ein GUI-Balken ist… egal). Allerdings ist das für mich das nichts weiter wie bei bewegten Gifs auch einfach mehrere Codies hintereinander angezeigt auf der Fläche von einem 🙁

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