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Baumhausbau zum Mitfiebern – Teil 2 – Rundholzbeschaffung und -aufarbeitung oder wenn das Runde ins Eckige muss

Nach der erfolgreichen Fundamentslegung ging’s ab in den Wald um dort die Vorarbeit des Borkenkäfers dankbar zu Ende und einige Stämme noch ganz und gar zu Fall zu bringen.

Obwohl das Warmstartverhalten meiner Stihl schon ein wenig scheiße ist, und obwohl zum Fällen nur ein Wendehaken und einige Keile zur Verfügung standen – d.h. ohne Seilwinde oder anderes schweres Gerät – konnten mein Helfer (danke Papa!) und ich schon nach kurzer Zeit, aber nach literweise Schweiß und glücklicherweise ganz ohne Blut (bis auf die vier Zeckenbisse) eine erste Fuhr auf 3,50m geschnittene Stämme mit dem alten Mc Cormick aus dem Wald ins Zwischenlager karren.

Eine Woche später wurde das Holz dann in den häuslichen Garten gebracht um dort der Weiterverarbeitung zu harren.

Die Stämme warten auf ihre Bearbeitung

Weil das große Runde ins kleinere Eckige musste, d.h. damit die vier Stämme für die Standpfeiler in die H-Eisen passen, musste auf jeweils zwei gegenüberliegenden Seiten eines Stamms etwas Holz abgenommen werden.

Begonnen habe ich mit einem idealerweise ebenen und parallel zur Längsachse des Stamms verlaufenden Schnitt. Zum Anreißen habe ich eine Lehre gebastelt, in der breitenverstellbar zwei Schrauben den Anriss erledigen. Den Abstand der Schrauben passt man an den Durchmesser des Baums an. Um den Riss besser zu sehen, habe ich ihn mit blauer Wachskreide nochmal hervorgehoben. Diese beiden Striche definieren also die geforderte Ebene.

Lehre 1 angezeichneter Stamm

Soviel zur platonischen Idee – dann kam die murphysche Realität.

Für das Entfernen des überschüssigen Holzes habe ich drei Methoden ausprobiert:

  1. Schnitt mit der Motorsäge quer zum Stamm.
  2. Schnitt mit dem elektrischen Fuchsschwanz quer zum Stamm.
  3. Schnitt mit der Motorsäge längs zum Stamm.

Natürlich war die letztprobierte Methode die bei weitem effizienteste und exakteste.

geschnittene Stämme

Als nächste Herausforderung sollte der oben angesprochene zweite Schnitt – parallel zum ersten – auf der gegenüberliegenden Stammseite folgen.

Wegen dem blöden – ehm – faszinierend herausfordernden – Rundholz ist das Anzeichnen einer zweiten möglicherweise parallelen Ebene noch schwerer als das Anzeichnen der ersten.

Geholfen habe ich mir mit einer zweite Lehre – diesmal einer, mit zwei Schenkeln – einen der Schenkel platziert man auf der bereits geschnittenen Fläche – am zweiten ist die Wachskreide im Abstand von 14,1 cm (;-)) montiert. Wenn man diese Lehre von beiden Längsseiten der ersten Fläche ansetzt erhält man wieder zwei Striche auf dem Stamm. Und so weiß man, wie man die zweite Fläche schneiden muss.

Lehre 2

Das Problem mit so’ner Motorsäge ist, dass ein- oder zwei Zentimeter schnell mal zu viel weggeschnitten sind. Man muss also sehr aufpassen (sowieso) und sorgfältig arbeiten. Mit’m Fuchsschwanz dauert das Schneiden wesentlich länger (wegen dem Längsschnitt) und ist verhältnismäßig ungenauer (das Sägeblatt verläuft).

Auf jeden Fall waren bei zwei Standpfeilern die zwei Zentimeter tatsächlich schnell zu viel weggeschnitten. Das wollte ich dann mit Holz wieder aufdoppeln (und nicht mit Beilagscheiben ausgleichen).

Schlußendlich und nach nochmaligem Nacharbeiten/Einpassen standen alle Pfeiler dann recht gut im Eisen.

Die nächste Herausforderung war dann, die Löcher im H-Eisen mittels eines geraden Bohrlochs durch den Stamm zu verbinden, so dass man eine Gewindestange durchstecken konnte.
Nach einiger Übung (schließlich waren acht solche 14,1cm langen Löcher zu bohren) hätte ich’s dann auch exakt geschafft – nur wurde mir die Arbeit von einem kompetenteren Helfer abgenommen (danke Horst!).

Wir haben die Löcher schließlich von einer Seite gebohrt – man hätte aber auch von beiden Seiten jeweils zur Hälfte in den Stamm bohren können. Da ist die Gefahr der Winkelabweichung nicht ganz so groß (bzw. deren Auswirkung des Loch-auf-der-anderen-Seite-nicht-treffens).

Das war erst der zweite Streich – und der dritte folgt demnächst…

Montage

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