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Viel Baumhaus, viel Abschnitt: Sägeböcke!

Nicht nur, dass geliehene Sägeböcke zum Lagern der vielen Abschnitte sehr praktisch sind. Nein, aus eben solchen Abschnitten kann man auch eigene, stabile Sägeböcke zimmern.

Und das kam so: Nachdem die vielen Abschnitte aufgetürmt waren, habe ich mir überlegt, was ich daraus sinnvollerweise – zusätzlich zum Verbrennen in Feuerschale und Max Blank-Ofen – noch handwerklich damit anstellen könnte.

Eigentlich hatte ich mir als eines der nächsten Projekte einige Gartenmöbel vorgenommen, aber dafür war mir die Zeit und zu erwartender Weise dann doch auch das Holz zu knapp.

Beim Betrachten meiner auf anderweitig geliehenen Böcken gelagerten Abschnitten bin ich dann auf die Idee gekommen, selbst Böcke zu bauen. Auch, weil mir einer der windigen 7Euro50-Teile aus’m Baumarkt beim Baumhausbauen kaputt gegangen ist – der hatte das Draufschmeissen eines Abschnitts nicht verkraftet.

Eine Internetrecherche (saw horse, später auch saw bench) brachte mich u.a. auf die Seiten 39 FREE SAWHORSE PLANS IN THE HUNT FOR THE ULTIMATE SAWHORSE (mit einer Anleitung nach Roy Underhill) und Matthias Wandel.
Im Anarchist Tool Chest (ATC) hatte ich zusätzlich noch was über die schon erwähnten saw benches gelesen (dazu später).

Der stackable sawhorse von Matthias schien machbar und praktisch – auch mit Handwerkzeug. Der Underhill-Plan bestach durch seine Einfachheit und bei Chris Schwarz’s 2008er Bauplan konnte ich dann bestaunen, wie weit man’s treiben kann (wenn man das nachahmen möchte, kann man sich Free Construction Drawings for the 2008 Sawbench antun.

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Chris’ 2012er Bauplan (The 2012 Sawbench in 60 Minutes or Less (or More)) bzw. den Clip Ty Builds a Sawbench habe ich erst gefunden, nachdem ich meinen ersten Sägebock – in Anlehnung an den Stapelbaren von Matthias Wandel – gemacht hatte. Richtig – ein zweiter wurde anhand des Videos gebaut.

Wo der erste – schwieriger gemachte – Bock sofort gerade stand, war ich beim zweiten so blöd das Teil zur Kontrolle der Beinlängen auf unebenen Grund zu stellen. Das habe ich aber erst gemerkt, nachdem ich nacheinander dreimal Beine abgelängt hatte. Glücklicherweise hatte ich die Beine des zweiten Bocks länger gelassen, so dass der Bock jetzt trotz Ablängorgie auf der Höhe des ersten ist.

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Es gibt im Essential Woodworker übrigens auch ein Kapitel zum gleichmäßigen Ablängen von Tischbeinen – habe ich aber auch erst später gelesen. Bei Gelegenheit werde ich das mal anwenden, vertesten und hier berichten…

Wie man alle vier Beine gleichzeitig und recht schlau – von anfang an – ablängt, ist unter WIA Handout for the Sawbench Class bebildert dargestellt – zusammen mit dem bereits erwähnten Clip Ty Builds a Sawbench wird dann klar, wie’s zu machen ist.

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Um die Böcke widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse zu machen, habe ich sie abschließend mit meiner neuen Lieblingsoberflächenbehandlung – Leinölfirnis – eingelassen.

Erkenntnisse

Die Bockbeine sollten weit genug auseinander stehen. Enge Beine sehen nicht gut aus und stehen auch nicht stabil. D.h. mit dem Winkel zum Bockkörper (sowohl den zur Seite, als auch den nach Vorne/Hinten) sollte man experimentieren.

Man sollte darauf achten, dass die Böcke stapelbar sind. Dafür ist zum einen nötig, dass die Bockbeine im gleichen Winkel stehen und dieser Winkel muss weit genug ‘aufmachen’.
Außerdem müssen die beiden trapezförmigen Bretter, die zur Stabilisierung unter dem Bockkörper angebracht sind, auf dem Körper des anderen Bocks zum liegen kommen.
Die Beine müssen also – für den Fall, dass eine verwendet wird – so weit innerhalb des Körpers angebracht werden, dass sie beim Stapeln nicht schon am anderen Bock vorbei sind.

Zur weiteren Stabilisierung des Bockkörpers gegen die Beine kann zusätzlich zum Verleimen und -schrauben noch eine sogenannte Klaue an den Beinen eingeschnitten werden.
Das werde ich bei den nächsten Böcken in jedem Fall probieren – auch wenn das zusammen mit der Schiftung (zumindest für mich) noch komplizierter wird.

Bei einem Besuch im Freilandmusem Bad Windsheim ist mir ein fast so gebauter Bock bei einer Steinmetzin aufgefallen (es ‘fehlt’ die Schiftung). Die Steinmetzin hat die Böcke selbst gebaut – die Dinger kann sie gerade noch tragen und sie sind gut transportierbar, wie sie mir erklärt hat.

Ausblick

Als nächstes will ich vielleicht eine saw bench bauen, so ähnlich, wie sie Matt Cianci in seiner Artikelserie The Super Saw Bench beschreibt. Eiche liegt ja auch noch irgendwo rum…

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{ 2 } Comments

  1. SPAX International | 2013/10/1 at 02:40 | Permalink

    Hallo Steffen!
    Toller Blog und tolles Projekt!
    Klasse, wie Du Dir die Sägeböcke selbst gezimmert hast.
    Dein Baumhaus gefällt uns übrigens auch richtig gut! Hast Du für Deine Projekte eigentlich SPAX verwendet? Wenn ja, kannst Du sie gerne auf unserer Facebookseite vorstellen – oder uns natürlich auch so dort mal besuchen (www.facebook.com/SPAX). :-)
    Viele Grüße,
    Dein SPAX-Team

  2. Steffen | 2013/10/6 at 09:23 | Permalink

    Hallo SPAX-PR-Team,
     
    Einige Spax sind sicherlich verschraubt, aber hauptsächlich http://www.dresselhaus.de/.
     
    schöne Grüße
    Steffen

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