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Zwei Bretter. Eine Idee. Kinderbank.

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Neulich habe ich mir im Baumarkt zwei Fichtenkantelbretter mitgenommen. Ziemlich dick (28mm) – das eine 6dm, das andere 9dm lang. Kann man ja immer mal brauchen.

Auf dem Nachhauseweg hatte ich dann eine Eingebung bzw. Verwendungsidee – es sollte eine Bank werden für den Spieltisch meiner Kinder. Damit ich auch wieder Platz dran hätte und wieder mitspielen könnte (ich würde dann den kleinen Stuhl nehmen). 😉

Das ‚Besondere‘ an der Bank sollte werden, dass ich keine weiteren Verstrebungen zur Stabilsierung einziehen würde. Stabilität sollte einzig von den Schwalbenschwanzverbindungen (und ein wenig ) kommen. Die Bank sollte also wie ein eckiges, umgedrehtes „U“ aussehen.

So habe ich das dann auch gemacht.

Bei den Schwalbenschwänzen habe ich an beiden Seiten mit unterschiedlichen Propertionen experimentiert.

Bei der ging ich (für mich, inzwischen „damals“) gänzlich neue Wege…

Vorgehen

Für das Anreißen der Schwalbenschwänze habe ich die Methode mit einem Stechzirkel ausprobiert (noch eine Erläuterung: Laying Out Dovetails). Das klappt sehr gut – wenn man erstmal rausgefunden hat, was man da eigentlich macht.

Zum Rausschneiden der Schwalben- und Zinkengründe habe ich eine verwendet. Die letzten Überstände habe ich dann mit einem entfernt.

Zusammengeleimt habe ich die Verbindungen dann mit flüssigem Hautleim (Liquid Hide Glue) von Titebond – ebenfalls ein Experiment.
Da haben die Kinder geholfen – bei Glutinleimen, zu denen auch der Hautleim zählt, braucht man nicht auf Flecken achten, weil er ganz leicht aus Kleidung raus- und von Händen abgewaschen werden kann. Auch vom Werkstück lässt er sich ohne Umstände – in noch feuchtem Zustand – entfernen. Und er versaut einem nicht die Oberläche (für die abschließende Oberflächenbehandlung), wie das Weißleim tut. Dennoch sollte man nicht seine Klebkraft unterschätzen, denn die steht einem Weißleim in nichts nach.

Die Bankaußenseiten und die Sitzfläche – speziell die Fügestellen – habe ich mit meinem neuen Hobel No. 4 geputzt und mit einer nachgearbeitet.

Zum Abschluss habe ich die Oberfläche mit drei Lagen (samt Zwischenschliff) einer selbsthergestellten Tinktur/Lasur behandelt:

  • 1 Teil ,
  • 2 Teile Leinölfirnis und
  • 1 Teil Terpentin.

Da der Farbenfachverkäufer im Farbenfachhandel recht erstaunt auf mein Mischexperiment reagierte, werde ich hier weitere Experimente anstellen (von derem Ausgang er unbedingt unterrichtet werden möchte).

Den Schichten habe ich jeweils einen Tag zum Trocknen gegeben.

Was ich gelernt habe.

Weiches Holz ist schwer sauber zu . Die Zinkengründe sind teilweise ziemlich ausgefranzt.

Trotzdem ist das Herausschneiden der Zinkengründe mit einer Laubsäge recht zufriedenstellend und geht – zumindest in weichem Holz – auch recht zügig.

Breitere Schwalbenchwänze und schmalere Zinken sehen schöner aus als gleich große Zinken/Schwalben.

Die Lackmischung feuert die Maserung des Holzes sehr gut an. Aus einer langweiligen Oberfläche wurde so eine recht schön gemusterte. Außerdem fühlt sie sich recht fest und widerstandsfähig an. Ob das an der Mischung liegt oder mit bzw. Leinölfirnis allein erreicht werden könnte, ist ein weiteres, zukünftiges Experiment.

Noch hält das Ding übrigens – und es ist inzwischen schon einige Wochen in Verwendung.

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