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Die Hände an der Wiege

Gitterbettkopfteil mit Ziehklinge

Die Tage wollten wir das Kindergitterbett aus Emmas Zimmer, die inzwischen in einem großen Bett schläft, in unser Schlafzimmer umziehen, damit der anstehende Nachwuchs wieder bei uns schlafen könnte.

Dabei sind mir Verbesserungs- bzw. Stabilisierungsmassnahmen am Gestell eingefallen, die ich schon lange mal machen wollte und da das Bett für den Umzug sowieso auseinandergebaut werden musste, habe ich die entsprechenden Dübel gleich eingebohrt.

Dann ist mir der oberflächenversiegelnde aufgefallen und ich dachte mir, dass der Auseinanderbau eine gute Gelegenheit wäre, das Gestell komplett neu oberflächenzubehandeln. Und es sollte natürlich kein drauf, sondern .

Gut, dass die Schwester von der Schwibtante meiner Frau vor dreißig Jahren Wert auf Qualität legte – das Bett ist komplett Eiche massiv. Ich musste also beim Lackentfernen nicht auf Furnierungen aufpassen.

Beim Auseinanderbauen sind mir trotz der Qualität aber wahrscheinlich wegen dem Alter von fünf Gitterstäben auf einer Seite die Zapfen abgebrochen, mit denen die Stäbe in den Querriegeln befestigt sind. Da musste ich die Zapfenlöcher neu bohren und habe 1cm Riffelstäbe eingeklebt, die ich mir in weiser Voraussicht neulich mal gekauft habe.
Eingeklebt wurde natürlich mit Knochenleim – der muss langsam mal weg.

Angefangen mit der habe ich bei Kopf- und Fußende. Die großen Flächen habe ich mit einer vom Lack befreit – was sehr gut funktionierte. Bei den vertikalen Fußpfosten habe ich mit meinem No. 4 den Lack entfernt. Das Gitter habe ich auseinandergenommen und die eckigen Gitterstäbe ebenfalls mit dem gesäubert. Wenn der Stab nicht verzogen, sprich gewölbt ist, geht das mit 1-2 Hobelstreichen pro Seite. Bei einer Wölbung geht das nicht so schnell. Insgesamt erfreulich wenig Staub, eine relativ gute Oberfläche und zügig zu machen.

An den Gitterstäben ging der dicke Lack mit Ziehklinge bei weitem nicht so gut ab, wie an den großen Flächen – wo der Lack inzwischen schon brüchig geworden war. Deshalb habe ich geschaut, dass ich möglichst trotz Wölbung mit dem Hobel arbeiten konnte.

Eigentlich wollte ich die Stäbe mit dem Bandschleifer bearbeiten. Dazu hätte ich mir den Bandschleifer stationär ‚verkehrt herum‘ aufgebaut und hätte die Stäbe drübergezogen. Das hätte sicherlich ziemlich gestaubt, wäre laut gewesen und das Schleifleinen des Schleifers hätte sich sicherlich auch ständig zugesetzt.

Im Nachhinein bin ich also glücklich, dass der Bandschleifervorbeibringer nicht vorbei gekommen ist.

Nachdem ich mit Hobel und Ziehklinge den Lack an allen Teilen entfernt hatte, habe ich noch mit 180er nachgearbeitet. Das habe ich draußen gemacht – Schleifstaub von Eiche möchte ich nicht drinnen haben – nicht mal in der Garage. Die Oberflächen wurden schließlich mit einem Tuch abgewischt um möglichst viel vom Schleifstaub abzubekommen. Ein Kompressor wäre nicht schlecht, dann könnte man den Schleifstaub vom Winde verwehen lassen.

Zum Ölen habe ich wieder mein Leinölfirnis--Terpentin-Gemisch verwendet. Keine Sorge – nach meinen Recherchen ist das Terpentin nicht kinderbettbedenklich – schließlich verflüchtigt es sich als Lösungsmittel. Außerdem wird das Bettgestell noch knapp zwei Monate auslüften können.

Zum Auftragen verwende ich inzwischen – da kann man ganz anders arbeiten, weil man die Teile besser anfassen kann ohne Leinölfirnissterpentinersatzfingerangst haben zu müssen.

Inzwischen habe ich alle Teile mit drei Schichten von dem Gemisch versehen. Bei jeder Schicht trage ich das Gemisch zunächst mit Pinsel auf, reibe es gut in die Oberfläche ein und lasse es mindestens 10 Minuten – meist ca. eine Stunde – antrocknen. Danach gehe ich mit einem Lappen drüber und entferne den Überstand. Am nächsten Tag kommt dann die nächste Schicht.

Die Gelegenheit möchte ich nutzen, um darauf hinzuweisen, dass mit getränkte Lappen und Pinsel zur Selbstentwündung neigen und eine geeignete Aufbewahrungs- oder besser noch Entsorgungsmaßnahme getroffen werden muss.

Ich gab der Oberfläche eine Woche Zeit auszuhärten. Dann habe ich die Vorbereitungen zum Zusammenbau abgeschlossen: Es musstenn noch 4 Dübel gesetzt und die Zapfen an den Gitterstäben vom Restleim befreit werden, damit mein Glutinleim haften kann.

Danach habe ich eine Wachspolitur aufgetragen. Dazu ein andermal mehr..

Gelernt!?

Ja. Klar.

  • Ziehklingen sind cool – es hat aber einige Zeit gebraucht, bis ich zuverlässig eine saubere Schneide anziehen konnte. Inzwischen klappt’s meistens.
  • Bei den aktuell niedrigen Außentemperaturen hätte ich ein besseres Gefühl in meiner Garage, wenn ich das Leinölgemisch zum Verarbeiten erwärmt hätte.
  • Gummihandschuhe sind praktisch.
  • Mit ein paar zusätzlichen Zwingen kommt man auch mit zwei Böcken recht weit.
    Aber ne Hobelbank wär‘ schon was…

{ 2 } Comments

  1. Peter | 2014/7/9 at 03:55 | Permalink

    Super Tipps! Habt ihr zufälligerweise vor den Schornstein zu sanieren in naher Zukunft oder vielleicht habt ihr schon einen Beitrag dazu? Habe nämlich gerade einen versotteten gemauerten Schornstein und könnte die Hilfe brauchen sonst muss ich noch teure Profis beauftragen. So einer ( http://schornstein-fachhandel.de/media/catalog/product/cache/1/image/500×500/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/e/w/ew-kl_aufbau_3_1_1_1_1.jpg ) soll durch den Schacht geführt werden.

    Gruß
    Peter

  2. Steffen | 2014/7/9 at 04:44 | Permalink

    Sorry – da kann ich nicht helfen.

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