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Ein Doch-nicht-Gartentisch für Kinder.

Weils mit dem Kindergitterbett nicht so recht weiter gehen wollte – ich wartete auf wärmeres Wetter, damit der Hautleim nicht sofort geliert – hatte ich mit einem anderen Projekt angefangen: einem für den Garten bzw. die Terrasse.

Dafür habe ich mir Bretter (sagt man da ‚gekantelt‘?) aus Buche in 18mm besorgt. Die Tischplatte (120cm auf 50cm) sollte auf zwei Beinen stehen, die durch um 90° gedrehte ‚H’s (in Ermangelung eines Fachbegriffs) gebildet werden.

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Die Einzelteile der Beine sollten gezapft werden und die Zapfungen sollten mit Rundstäben bombenfest werden (im Englischen nennt man diese Verbindung „ mortise and tenon“ (siehe beispielsweise 1, 2 oder 3) – im Deutschen vielleicht „ mit Holznagel“.).

Weil ich die Beine aus drei Bettern jeweils zusammengeleimt habe, war das Herstellen der Zapfen und der -Löcher relativ einfach, indem ich einfach die Breite des Zapfens freigelassen habe (d.h. Ausstemmen war nicht nötig). Allerdings muss man auch hier darauf achten, dass beim Zusammenfügen alles im Winkel ist. Besser, man achtet von Anfang an darauf, als dass man später nacharbeiten muss.

Ich wollte, dass die Beine nicht einfach eckig bleiben, sondern habe mir eingebildet, dass alles eine gewisse Rundung bekommen soll. Und gerade das hat sich als schwierig erwiesen. Denn die geometrische Konstruktion einer solchen Rundung konnte ich mir nicht vorstellen (ohne riesigen Zirkel) und daher habe ich einige Zeit nach einer natürlich vorkommenden Rundung gesucht, die zu den Proportionen des Tisches passt (ein bisschen so wie die alten , die ihre Mathematik in der Natur gesucht haben). Zunächst habe ich die Rundung der Platte unseres Erwachsenenterrassentischs abgenommen. Die war mir aber zu gering. Ich habe weitergesucht und verschiedene Eimer probiert. Schließlich bin ich bei einem dieser ovalen Eimer fündig geworden und habe dessen Rundung auf einen übertragen, um damit reproduzierbar arbeiten zu können.
Gut, dass beim Abendessen am Tag zuvor einige solche Kartons angefallen waren. 😉

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Ok.Ok. Für das Aussägen dieser Kurven brauchte ich jetzt eine – weil ich meine Schweifsäge nicht schärfen wollte. Ausgeliehen. Getan. Abgesehen davon, dass eine bei solchen Stärken (wer das Rechnen nicht allein machen möchte: knapp 6cm) doch sehr zum Verlaufen neigt (eine Bandsäge wäre gut) – sind die Kurven doch gut rausgekommen.

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Beim Löcherbohren für die Rundstäbe (die bereits erwähnten ‚drawbored pins‘), habe ich dann darauf geachtet, dass die 90°-Winkel zwischen den Einzelteilen eingehalten wurden – was ganz gut gelang.

Bis auf den ersten angespitzten konnten alle problemlos in die für sie vorgesehenen Löcher getrieben werden. Ehrlich gesagt hat mich das ein wenig überrascht. Die Verbindungen sitzen jetzt auch bombenfest. Mit der eigentlich unnötigen Verleimung ist da jetzt nichts mehr zu wollen – und selbst wenn, wäre es jetzt zu spät. 😉

Dann trat die in mein Leben und änderte die Art, wie ich bearbeite.

Mit der Elu und einem Abrundungsfräskopf habe ich als Lehrstück (weil ich totaler Obrfräsenneuling bin) erstmal die Kanten der Beine abgerundet. Das hat leidlich funktioniert – nicht, weil ich die großartig falsch geführt hätte, sondern weil die Kurven nicht ganz rund waren und der Fräskopf jeder Ungenauigkeit folgt. Und die sieht man dann auch an den Kantenrundungen.

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Die einzelne Querstrebe besteht aus zwei zusammengeleimten von diesen jeweils 18mm starken Brettern und ist somit ca. 4x4cm. Die Verstrebung habe ich in die beiden Beine gezapft – hier war Stemmen nötig. Bzw. ein erster Versuch solche Zapfenlöcher mit der Fräse anzufertigen. Weil die Fräse nicht ganz durch kam, musste nachgestemmt werden. Beim zweiten Bein habe ich noch von der anderen Seite gefräst – trotzdem müssen die Flächen und die Ecken nachgearbeitet werden.

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Die beiden Zapfen sind gekeilt. Theoretisch ist die Verbindung also lösbar. Praktisch kann ich mir nicht vorstellen, wie das gehen soll. 😉

Weil die Tischplatte, speziell ihre Verbindung mit dem Tischgestell, noch nicht fertig ist, berichte ich darüber in einem separaten Blogbeitrag…

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{ 2 } Comments

  1. Emerentia | 2014/5/6 at 07:37 | Permalink

    Klingt alles spannend und interessant. Aber wieso brauchst du, um einen großen Kreis bzw. Kreisbogen zu zeichnen, einen Zirkel oder eine Vorlage (Eimer…)? Mir hilft bei solchen Kreisen immer ein Reißnagel, ein Faden und ein Stift: einen Faden entsprechender Länge am Stift (am besten eingekerbter Bleistift) festmachen, den Faden mit dem Reißnagel auf einer ebenen Fläche (Papier, Holz, Pizzakarton) als Kreismittelpunkt fixieren – und los geht’s 🙂
    Wie sagte (angeblich) Archimedes schon: Μή μου τοὺς κύκλους τάραττε.

  2. Steffen | 2014/5/6 at 10:43 | Permalink

    Hallo Emerentia, 

    Tatsächlich – das ist eine Möglichkeit einen Kreis zu zeichnen. 

    Schlussendlich ist es kein Kreis geworden – der Eimer war eine einfache Lösung – wenn man erstmal einen gefunden hat. 

    Ich habe keine Kreise gestört 😉 

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