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Wie die Tischplatte aufs Tischgestellt kommt und dadurch ein Tisch entsteht – Gartenkindertisch Teil 2

Ein bisschen Hirnschmalz hat’s schon gebraucht um auf eine gute (d.h. auch und vielleicht insbesondere ’schöne‘) zwischen Gestell und Tischplatte zu kommen.

Folgende Alternativen für die Befestigung der Platte sind mir in den Sinn gekommen

  1. Schrauben – natürlich könnte man die Tischplatte von oben (der Sichtseite) ins Gestell schrauben. Das wäre die simpelste Lösung. Und die hässlichste. Von unten geht’s gar nicht.

  2. Versteckte Schrauben – man könnte die Schraubenköpfe mit einem im selben Durchmesser, der darauf geklebt wird, verstecken. Dadurch verliert man aber an Tischplattendicke. Und richtig gut aussehen tut’s auch nicht.

  3. – Man könnte allein mit Rundstab bzw. Dübel und die Platte fixieren. Das würde vielleicht halten – allein durch die Adhäsionskraft des Leims. Ich wollte eher eine strukturelle Verbindung, die sich nicht allein auf verlässt.

  4. Holznägel – daher bin ich auf Holznägel gekommen. Im Endeffekt sind das angespitzte Dübel, die man in entsprechend gebohrte Löcher einschlägt. Sieht von oben wie die Dübellösung aus. Hätte wahrscheinlich auch gut funktioniert. Nur: Dazu benötigt man einen besonderen Bohrer, der konisch zuläuft. Und weil’s dann doch nicht anders aussieht als die Dübellösung (allein die inneren Werte zählen nicht immer), habe ich diese Lösung ebenfalls verworfen.

  5. Leiste von unten verschrauben – diese Lösung bringt uns schon sehr nah an die schlussendlich umgesetzte heran. Hier wird eine Leiste von unten an die Tischplatte geschraubt. Diese wird dann ebenfalls mit den Tischbeinen verschraubt. Was mir daran nicht gefallen hat war, dass die Leiste die Unterkonstruktion noch wuchtiger machen würde. Weil ich aber merkte, dass das der richtige Weg war, habe ich mir überlegt, wie man diese Lösung verschlanken könnte.

  6. Genutete Halterung – Glücklicherweise ist mir eingefallen, dass es im Essential Woodworker ein Kapitel über Tischbau gibt (dort werden auch verschiedene Plattenformen beschrieben), in dem müsste doch auch was zum Thema Befestigung stehen!? Tatsächlich.
    Die Idee ist, kleine Holzklötze mit einer Nase an einer Seite von unten an die Tischplatte zu schrauben. Die Nase steckt dabei in einer Nut, die ins Gestell gearbeitet – in diesem Fall gefräst – wird. Die vier Schrauben, die ich für die Befestigung dieser vier Klötze benötigt habe, sind jetzt tatsächlich die einzigen Schrauben – sogar die einzigen Metallteile, die ich für den Tisch verwendet habe. Mit der Oberfräge ging das Nuten auch zügig vonstatten. Und weil die Klötzchen nicht geklegt sind, könnte man auch an dieser Stelle den Tisch auseinandernehmen.

  7. 201404_Kindergartentisch3

    …und weiter geht’s

    Zuvor hatte ich schon Nuten für die beiden Tischbeine in die Platte gefräst. In diese Nuten versenken sich jetzt die Beine ca. 4mm tief. Zusammen mit der Querleiste weiter unten, geben diese beiden weiteren möglichen ‚Drehpunkte‘ des Gestells der Tischstruktur eine höhere Stabilität. Glaube ich.

    Das erste Bein, das ich so versenkt habe, habe ich komplett eingenutet. Die gesamte Beinoberseite verschwindet also in dem Loch. Beim zweiten Bein habe ich aus der Not („Verdammt, jetzt habe ich doch wieder aus einer eigentlich eckig zu seienden Kante eine runde gemacht.“) eine Tugend gemacht („Dann setze ich halt das gesamte Bein obenrum ab. Dadurch habe ich dann quasi einen sehr kurzen , dessen Schultern wahrscheinlich eine noch stabilere Verbindung mit der Platte bilden.“). Die tugendhafte Lösung gefällt mir sehr gut.

    Im Rückblick waren die Nuten in der Platte auch notwendig – sonst hätte die Plattenbefestigung mit den vier Halteklötzchen nicht funktioniert. Mindestens wären zwei weitere Klötzchen (von der anderen Seite des Beins) nötig gewesen.

    Die Tischplatte selbst ist 120x50cm groß – wobei die Breitseiten gerundet sind. Das enstpricht einer der im „“ empfohlenen Plattenformen.
    Beim Stichsägen ist das Blatt nach innen verlaufen, so dass die abgerundeten Seiten zum Boden hin nach innen rücken. Das alles gefällt mir recht gut.

    Oberflächenbehandelt wurde wieder mit dem . Die Tischoberseite habe ich zweimal eingelassen – wobei ich beim ersten Auftrag soviel aufgetragen habe, bis der Tisch nichts mehr aufgenommen hat (wie das Heiko Rech in einem seiner tollen Beiträge zeigt). Nach der Trocknung kam noch ein Schliff mit 180er Papier und dann nochmal ein leichter Ölauftrag. Überstände wurden natürlich jeweils nach einem ersten Einziehenlassen abgewischt. Die Oberfläche fühlt sich jetzt schon gut an – ich überlege mir aber, noch einen Wachsauftrag zu machen. Mal sehen.

    Jetzt steht der Kindergartentisch erstmal im Wohnzimmer.

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    interessant finde ich übrigens die Uneindeutigkeit der Wortbildung Kinder- und Kindergarten-tisch. Ich hoffe, es ist klar geworden, dass von Ersterem gesprochen wurde. Wer meine Kinder kennt, weiß auch, dass ein Gartenkindertisch ebenfalls uneindeutig wäre. 😉

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