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Ein neuer alter Stanley No. 4

Neulich habe ich einen älteren No. 4 für 35€ ersteigert. Keine Ahnung, wie alt er wirklich ist und ob der Preis in Ordnung geht – was mir aber nach einiger Verwendung und im Vergleich zu meinem No. 4 von Dick aufgefallen ist:

  • Der Stanley ist viel leichter.
  • Zustand ist , aber gut.
  • Das Eisen ist vergleichsweise dünn, aber eben.
  • Kaum Spiel in der Tiefeneinstellung. Beim Dick muss man erstmal ca. eine halbe Umdrehung drehen, bevor das Eisen in die Sohle zurückgeht. Beim Stanley bewegt sich das Eisen quasi sofort.
gerade ausgepackter Stanley No. 4 Hobel

Nach dem Auspacken habe ich das gute Stück erstmal komplett zerlegt. Meinem ungeübten Auge nach, hat dabei alles gepasst.

auseinandergenommener Stanley No. 4 Hobel

Insbesondere habe ich mir die -Stanley-Froscheinstellung angeschaut – deswegen hatte ich das Teil eigentlich ins Auge gefasst. Der Dick ist ein im -Stil. Stanley selbst stellt anscheinend keine Hobel mit der eigentlich ’neueren‘ -Bauweise mehr her. Die Vorzüge der -Bauweise oder des -Mechanismus sind übrigens ein werkzeughistorisch interessanter Glaubenskrieg, über den man auf Patrick’s Blood and Gore Planes #602 – #608C mehr erfahren kann. Bei vielen hat sich die Meinung gebildet, dass es sich bei der Bedrock-Justierung der Maulöffnung um technischen Schnickschnack handelt. Und ob sich der höhere Herstellungsaufwand, das nur geringfügig bessere Handling und das überproportional höhere Preisniveau eines Bedrock-Hobels bei einer Verwendungshäufigkeit von vielleicht einem Mal im Monat (bei einem Schreiner) oder null Mal bisher (bei mir) lohnt, darf jeder selbst ausrechnen. Aber schlußendlich: Was weiß ich schon…

Was ich weiß ist, dass ein scharf sein muss und dass ich saubere Kontaktflächen will…

Das Eisen war schnell rasiermesserscharf geschliffen und die Schärfe hält es auch gut. Die Holzgriffe habe ich von ihrer Patina befreit (ich lege keinen Wert auf Museumswerte) und neu mit eingelassen. Sieht aus wie vorher – nur sauber.

frisch eingeölte Hobelgriffe

Schnell habe ich mich an das viel geringere Gewicht gewöhnt. Das entlastet die Hände. Die praktisch sofort ansprechende Tiefeneinstellung stellt ebenfalls ein besseres Handling dar. Man mag ja erst gar nicht glauben, was so ein bisschen Spiel im Mechanismus ausmacht. Die Lateralverstellung arbeitet ebenfalls zuverlässiger als beim Dick (dort rutscht sie manchmal aus der Führungsnut im Hobeleisen).

rasiermesser scharfes Hobeleisen

Ich habe noch keinen direkten Vergleich durchgeführt, denke aber, dass das geringere Gewicht bei schwierigerem Holz einen Nachteil darstellt – ich kann mir vorstellen, dass der Hobel dann unruhiger läuft. Bislang hatte ich damit aber keine Probleme…

Kurz: für knapp ein Drittel des Preises des ohnehin schon günstigen Dick-Hobels hat man (bzw. ‚ich‘ als Hobbylaie) da ein gut funktionierendes Werkzeug.

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