Skip to content

Make! Siebdruck ist gar nicht so schwer. Wenn da nicht das blöde Sieb wär’…

Grundausstattung

Trotz der Erdung aus dem deutschsprachigen Raum (siehe Teil 1: Make! Siebdruck ist gar nicht so schwer. Eine Einleitung…), war ich dermaßen motiviert und angespornt, dass ich mich an das Zusammenstellen einer möglichst kleinen Siebdruckausrüstung (minimal?) gemacht habe:

  1. Lichtempfindliche (wenn man auch eigentlich nicht viel anderes braucht – die Emulsion ist unumgänglich – wenn mann nicht nur Silhouettendruck machen will (und das hatte ich überhaupt nicht vor))
  2. (ich bezweifle, dass Gardinenstoff den Belastungen längere Zeit standhält – also muss schon ein spezielles Gewebe her)
  3. Farbe (einfache Plaka-Farbe kann das Sieb zusetzen – dann kann man’s wegschmeißen)
  4. (man könnte auch einen Fensterabzieher nehmen.)
  5. Binder braucht man zum Anmischen der Farbe in dem System, das ich verwende.
  6. Entschichter (sehr wahrscheinlich werden die ersten Belichtungen ja nichts – wäre blöd, wenn man die Emulsion dann nicht mehr vom Sieb bekommt). Alternativ kann man da wohl auch Spiritus oder Aceton nehmen. Dafür übernehmen ich aber keine Gewähr.

Ok, ok – ich bin so auch auf 120€ gekommen. Aber schon allein die Emulsion kostet 25€ – dafür dürfte sie relativ lange halten. Und vom Siebgewebe habe ich mir auch ein wenig mehr rausgelassen.

Sachen, die ich nicht mehr besorgen musste, sind:

  • Halogenstrahler – 500 Watt – zum /Entwickeln des Siebs
  • (Belichtungsfolie bzw. (normale Transparenzfolie) zum Bedrucken mit dem Motiv.)
  • Sprühflasche (für den Entschichter)
  • selbstgebauten Rahmen – da kann man gut Dachlatten für nehmen.
  • fürs Anbringen des Siebgewebes am Rahmen.
  • Schließlich habe ich mir noch einen „Drucktisch“ gebaut – den braucht man aber nicht unbedingt – die Bauanleitung kommt aber demnächst trotzdem. 😉

Sachen, die ich bewusst nicht besorgt habe:

  • Entfetter – wahrscheinlich geht’s auch mit Aceton (in einem gut belüfteten Raum oder noch besser: an der ‚frischen‘ Luft).
  • Gelblichtlampe
  • Beschichtungsrinne (zum Auftragen der aufs Gewebe – ich hab’s mit der Rakel gemacht).
  • Alurahmen
  • Holzspachteln zum Anrühren/Mischen der Farbe – die kann ich mir selbst machen (man kann auch Eisstecken nehmen).
  • Behälter für die angerührte Farbe (da findet man schon was).

Los geht’s: Ein Rahmen muss her – 1 – 2 – 3

Den Rahmen habe ich so dimensioniert, dass ein Blatt in DinA 4 gut reinpasst. Die Dachlattenstücke habe ich nach dem Hobeln einfach platt aneinandergestoßen und mit Winkeln verschraubt. Die Winkel haben den Rahmen in eine rechtwinklige Form gezwungen. Man hätte auch ohne Winkeleisen arbeiten können. Einfach jeweils zwei Schrauben durch die Enden der hochkant gestellten Latten. Die Winkel machen’s aber natürlich stabiler.

Das Siebgewebe wurde dann mit einem Tacker aufgespannt. Spannung ist hier natürlich wesentlich: nicht zu viel – nicht zu wenig – Wellen im Gewebe vermeiden.

Die Klammern sollten diagonal eingeschlagen werden – also nicht parallel zur Rahmeninnenseite und auch nicht senkrecht. Dadurch wird wahrscheinlich die Gefahr des Einreißens des Gewebes verringert.

Angefangen habe ich mit drei Klammern im Abstand von ca. 5 cm auf einer Längsseite – hier sollte man darauf achten, dass das Gewebe zwischen den beiden äußeren Klammern und der mittleren nicht wellt.

Dann wechselt man auf die andere Längsseite. Dann zu den schmalen Seiten. Dann füllt man die Lücken.

Keine Angst – ich habe das auch nur 80%ig 😉 gemacht, d.h. ich habe leichte Wellen in der Bespannung – beim hat sich das aber nicht merklich negativ ausgewirkt.

Danach beklebt man die Ränder mit Gewebeband. Das hat sich aber beim nachfolgenden Wasserplanschen an etlichen Stellen wieder gelöst. Wahrscheinlich fährt man auch ohne Band (das eine Verschmutzung des Rahmens und ein „Unterkriechen“ der Farbe verhindern soll) ganz gut.

Weiter: Es werde belichtet!

Das Motiv muss jetzt auf eine Folie gedruckt werden. Das Druckbild sollte dabei möglichst lichtundurchlässig schwarz sein. Mein Laserdrucker hat das nicht geschafft. Man kann sich hier behelfen, in dem man mehrere Folien (bei mir: 2) bedruckt und übereinander ausrichtet (und mit Tesafilm fixiert). Schlussendlich und um zumindest diese Problemquelle auszuschließen, habe ich mit Lackstift nachgeholfen. Beim nächsten Motiv wird ein Tintenstrahldrucker probiert.

Der nächste Knackpunkt ist das Auftragen der lichtempfindlichen Emulsion (Fotoemulsion) auf das Sieb. Dazu habe ich mich in den Keller zurückgezogen. Zunächst habe ich dafür gesorgt, dass der Kellerraum absolut dunkel gemacht werden kann. Karton vors Fenster kleben hilft da.

Zum Auftragen der Fotoemulsion gibt’s eine spezielle Rinne, in die die Emulsion gegeben wird und dann gleichmäßig aufs Siebgewebe aufgeschüttet werden kann. Bei meiner 80%-Lösung habe ich die Emulsion mit der Rakel aufgetragen. Der Auftrag ist nicht absolut gleichmäßig – aber zu 80 Prozent.

Zum Trocknen der Emulsion wird der Raum jetzt abgedunkelt und der Rahmen liegend abgelegt. Ich habe das Sieb jeweils über Nacht trocknen lassen.

Wenn die Emulsion getrocknet ist (sie sollte absolut trocken sein – man kann mit einem Fön nachhelfen) – wird das Motiv belichtet.

Dazu habe ich den 500-Watt-Halogenstrahler so auf einem Workmate fixiert, dass er nach unten strahlt. Im Lichtkegel – möglichst zentriert – habe ich einen (Windel-)Karton positioniert, auf den der Rahmen und das Motiv gelegt werden. Um wenig „Querlicht“ zu haben, habe ich oben auf den Karton (also unter das Sieb) einen schwarzen Karton gelegt.

(Worauf man noch alles achten muss, erkläre ich hier nicht. Dazu gibt es gute Tutorials in der Playlist Make – Siebdruck.)

Licht aus – Spot an! Ich habe zunächst 7, dann 10 und schließlich 20 Minuten belichtet (natürlich jeweils mit neuer ). Da muss man experimentieren – die Belichtungszeit hängt von der verwendeten Emulsion, der Emulsionsdicke auf dem Sieb, dem Siebgewebe und natürlich von der Lichtquelle ab.

Um den Experimentierspaß zu verkürzen, gibt es den sogenannten Streifentest.

Wasserplanschen für Fortgeschrittene

Nachdem das Sieb belichtet ist, sollte es möglichst zeitnah ausgewaschen werden, um ein zu verhindern.

Also ab in die Dusche. Zunächst wird das Sieb kurz angesprüht und 1 Minuten stehen gelassen. Eingeweicht sozusagen. Danach geht’s ans Ausspühlen. Da kann man sogar mit Wasserdruckstrahler ran (dann eher nicht in der Dusche). Oder mit Bürste.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht zu lange mit dem Wasser rumspielen sollte. Lauwarmes Wasser löst die nicht-belichteten Stellen schneller als kaltes Wasser.

Hier habe ich 4 (vier) Versuche benötigt. Die ersten drei Male haben sich irgendwann Teile des Motivs gelöst – wahrscheinlich eben, weil ich zu lange gewässert hatte.

Beim vierten Versuch wurde das Motiv schließlich freigelegt und auch feinere Details blieben erhalten.

Ggfs. kann man das Sieb nachbearbeiten. Löcher in der Emulsion kann man entweder mit einem speziellen schließen – oder man trägt nochmal Emulsion auf.

Was man in keinem Fall vergessen darf, ist das Sieb nach dem Ausspühlen nochmal zu trocknen und dann nochmal zu belichten (Nachbelichten) – dadurch wird die Emulsion nochmal gehärtet und man verindert so zumindest eine Ursache von Screen-Lock.

Das war’s zur Sieb-Vorbereitung. Weiter geht’s mit der Arbeitsplatzvorbereitung.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *