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Catch as catch can. Oder: Drechseln – ein Beginn

Ich beim Drechseln

Am letzten Wochenende war mein Drehmaschinenumbau so weit, dass ein erstes möglich war.

Ehrlichgesagt hatte ich einigen Bammel – auf Youtube hatte ich einiges von dem gesehen (z.B. in The Skew Part 2), was die Engländer „Catch“, die Deutschen scheinbar „Nürnberger“ nennen und in meinem Drechselbuch („Drechseln: Maschinen – Werkzeuge – Techniken“ von Richard Raffan) euphemisierend mit „Kratzer“ umschrieben wird.

Also ging ich mit gebührender Vorsicht ans Werk und in Ermangelung eines dedizierten Gesichtsvollschutzes war ich mit meinem Motorsägenhelm samt heruntergeklappten Visier (aber ohne die Mickeymausohren) an der Drechselbank zu Gange.

Eingespannt war trockener Hasel und ich war überrascht, wie einfach der Beginn meiner Drechselkarriere(?) war. Schnell war ein Werkzeuggriff geformt. Beim Versuch, einen der Jahreszeit angemessenen Baum – einen Tannenbaum – zu drechseln, ist mir dann der Stamm so dünn geworden, dass mir das Werkstück auseinanderbrach und um die Ohren flog. Nichts passiert – aber Lektion in Demut gelernt.

Quasi als Rachemaßnahme habe ich dann ein Aststück von frischer Tanne probiert. Das hat zwar gut gerochen, ließ sich aber nicht drechseln. Überall Saft.

Als nächstes wieder Hasel mit dem Versuch einige Rundstäbe hinzubekommen. Nach dem ersten „Catch“ und einigen Reproduktionsversuchen, bin ich zum Schluss gekommen, dass er

  • vermeidbar,
  • in Hasel nicht so gefährlich,
  • aber die Oberfläche ganz schön versauend ist.

Zum krönenden Abschluss bekam ich dann bewundernde Blicke meiner Frau mit der Frage, was das jetzt alles sei…

Nichts, absolut nichts. Nur , alles !

Sohnemann gefällt das Rundstabübungsstück. Töchterchen will den Weihnachtsbaum nicht, würde sich aber auch über einen Zauberstab, wie ihn der Bruder bekommen hat, freuen…

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