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Drehmaschinenumbau: Drechselbank für blutige Anfänger.

Einleitende Umstände

Vor gut einem Monat konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Die vor einiger Zeit bei meinen Schwiegereltern entdeckte Drehbank lockte sirenenhaft für ihren zur . wollte ich schon immer mal probieren und dies schien eine gute Gelegenheit zu sein. Die beste zumindest, die sich mir in absehbarer Zeit bieten würde.

Ich beim Drechseln

Außerdem stand Weihnachten vor der Tür und es bestand die Möglichkeit, rechtzeitig mit den wenigen selbsterlernten Fähigkeiten einige Geschenke auf der Bank fertig zu bekommen. Immerhin besser als gar kein Geschenk bekommen! >;->

Der Umbau beginnt

Werkzeugauflage

Ganz klar war, dass der Werkzeughalter mit einer -auflage ersetzt werden musste. Einige Tage habe ich herumüberlegt, wie ich – mit meinen Mitteln – Ersatz schaffen könnte.

So eine Auflage muss man hin und her und vor und zurück schieben können, damit das Werkzeug im guten Abstand zum -stück positioniert werden kann. Außerdem muss sie höhenverstellbar sein, um sie der Größe des Werkstücks anpassen zu können.

Mmh.

Meine Lösung ist eine rechtwinklige Bodenplatte, an die ich schwalbenschwanzgezinkt eine vertikale Führungsplatte befestigt habe, in der dann ein Brett eingefügt wird, das zur Höhenverstellbarkeit mit einer Nut versehen ist, in der eine Schraube geführt wird. Auf diesem Brett habe ich ein Stück von einem alten Metallrohr angebracht.

Das Verschrauben des Rohrs auf der schmalen Seite des Bretts war mir in der Theorie schnell klar – in der Praxis musste ich an der Idee noch etwas feilen – oder besser: .

Die Arretierung der Bodenplatte an der Bank geschieht mit einem Konterstück aus Siebdruckmultiplex (LKW-Platte) und einem weiteren aufgeschraubten Stück, das dafür sorgt, dass sich das Konterstück nicht unter der Führung dreht und ein Festziehen/Lockern dadurch erschwert wird.

In der Bodenplatte habe ich eine Einschlagmutter eingeschlagen, die die Gewindestange aufnimmt, die Bodenplatte und Konterstück miteinander verbindet. Aus einem Reststück habe ich dann noch einen Hebel gesägt.

Weil ich nachträglich noch zwei Führungschienen aus Aluminium angebracht habe, sieht man die Schwalbenschwanzverbindung leider nicht mehr so dominant. War aber eine gute Übung und besser funktioniert’s jetzt so (durch die Aluminiumprofile bleibt das höhenverstellbare Brett ausgerichtet und verdreht sich nicht).

Die hat ein ziemlich abgearbeites Spannfutter, das ich für die Holzbearbeitung nicht nutzen wollte, weil die Höhe der Spannbacken nicht sonderlich vertrauenserweckend ist.

Bei Jack Houweling bin ich auf die einfache Idee gestoßen, eine Verlängerungsmutter samt Gewindestange zu einem Mitnehmer umzuarbeiten: How to make a Mini Lathe. Die Gewindestange wird an einem Ende angespitzt. Die Verlängerungsmutter habe ich in einem Sternmuster (von oben gesehen) mit der Säge versehen. Die Zwischenräume habe ich dann so ausgefeilt, dass Spitzen bzw. Zähne entstanden sind. Mit einer zusätzlichen Mutter wird die Verlängerungsmutter dann von hinten gesichert. Die nach hinten überstehende Gewindestange wird ins Spannfutter eingespannt – und schon hat man einen Mitnehmer.

In weichem oder feuchtem Holz oder bei zu großem Durchmesser des Werkstücks, oder bei zu viel Druck mit dem Werkzeug, rutscht der Mitnehmer gern mal durch. Das Werkstück bleibt dann ’stehen‘ – dort, wo der Mitnehmer ins Holz drückt bildet sich eine Rille. Wenn der Reitstock aber vorgeschoben und damit wieder Druck aufgebaut wird, greift der Mitnehmer meist wieder und es kann weiter gehen.

Ein nicht geringen Anteil an der Durchrutschproblematik hat wohl die feststehende am Reitstock. Auf meinem Wunschzettel ganz oben steht daher eine mitlaufende Körnerspitze. Ich denke, dadurch wird die Anfälligkeit fürs Durchrutschen reduziert und durch den geringeren Drehwiderstand (trotz Ölung) wird das Werkstück ruhiger laufen und insgesamt weniger zum Rattern neigen.

Körnerspitze

Die bereits vorhandene Körnerspitze habe ich nachgeschliffen in der Hoffnung, damit die Reibung zu reduzieren.

Verbesserungspotential

  1. Mitnehmer dreht oft durch. Daher der Wunsch nach einer mitlaufenden Körnerspitze.
  2. Arretierung der Bodenplatte sollte besser auf der zugewandten (bzw. auf der Bankvorderseite) Seite sein – ist aber nur schwer möglich.
  3. Höhenverstellung setzt sich zu, d.h. wenn’s mal oben war, muss man erst Reinemachen, damit man sie wieder nach unten stellen kann. Zur Zeit noch keine Lösung.

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