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Holzkohle selbst gemacht

Einleitung

Gestern habe ich selbst hergestellt. Dazu habe ich 15kg Abschnitte von Eichenholz „gekocht“. Beim Aufbau meiner Kochstelle habe ich mich im Wesentlichen an die Anleitung „the simplest of the simple – a two-barrel charcoal retort“ von Folke Günther gehalten.

Herausgekommen ist dabei:

Ein ähnlicher Aufbau wird in Bewegtbildern in folgendem Clip beschrieben (zusätzlich zu den Vorzügen der Biokohle – um die es mir nicht geht):

Wie ich aufs Köhlern gekommen bin, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. Da ich aber nach kurzer Suche die nötigen Fässer auftreiben konnte, stand dem Experiment kein logistisches Problem mehr im Weg und da ich den Aufwand als gering einschätzte (ein Vormittag ist mit dem Herrichten der Fässer und dem Feuermachen drauf gegangen), konnte es beginnen… Außerdem – Geburtstagsgrillen mit selbst hergestellter hat doch was!? 😉

Holzarten

Nach einer Internetrecherche (mit u.a. den Ergebnissen „Welches Holz zum Grillen?“ und „Die Wahl des richtigen Holzes zum Smoken“) bin ich zu dem Schluss gekommen, dass nicht nur das gewohnte Buchenholz zum Herstellen von Grillkohle brauchbar ist, sondern auch ( wär’s auch). Also kam’s mir gelegen, dass ich noch einige Eichenabschnitte hatte.

Gefahrenhinweise

  • Beim Bearbeiten der Fässer (mit der Flex) ist unbedingt darauf zu achten, dass die entstehenden Kanten abgeschliffen werden! Da kann man sich böse dran schneiden (wie ich das getan habe).
  • Evtl. austretendes Öl ist aufzufangen und vorschriftsgemäß zu entsorgen. Auch Reste im Fass müssen so behandelt werden! Am besten ist natürlich, wenn man alte, saubere Fässer (oder große Dosen) verwenden kann.

Erkenntnisse

Für mich das größte Problem war das Umdrehen der beiden Fässer. Beim ersten Mal – vor dem Anzünden – muss das so gemacht werden, dass kein Holzstück rausfällt oder zwischen dem Rand des inneren Fasses und des Bodens des äußeren Fasses rutscht. Beim Zurückdrehen, wenn die Verkohlung abgeschlossen ist, sollte die produzierte Kohle im inneren Fass bleiben und sich nicht mit der Asche im äußeren Fass vermischen. Da muss ich mir noch was überlegen.

Die Kohle muss man richtig gut abkühlen lassen und darf dabei möglichst wenig Sauerstoffzufuhr zulassen. Kommt Sauerstoff zur heißen Kohle, fängt diese an zu glimmen und entzündet sich im schlimmsten Fall. Das wäre nach all der Arbeit sehr ärgerlich. Einige Stunden oder über Nacht sollte man der Kohle schon zum Abkühlen Zeit geben.

Interessant an dem Vorgehen ist, dass sich das Feuer durch die im inneren Fass entstehenden und von dort entweichenden Pyrolysegase selbst erhält, bzw. zumindest verstärkt wird. Das ist zwar immer der Fall, wenn verbrannt wird – hier sieht (und hört!) man’s aber besonders gut.

Ergebnis

Rausgekommen ist eine Schubkarre voll Holzkohle. Ich konnte das Resultat leider nicht mehr wiegen – der Schwund hätte mich ja schon interessiert.

Einige Stücke – die vom Boden des Fasses – sind nicht vollständig zu Kohle geworden (d.h. die Pyrolysephase der Holzverbrennung war hier nicht vollständig). Die Hitze kommt da nur schlecht hin. Man könnte das innere Fass auf einen Podest stellen, damit auch darunter Feuer und Hitze hinkommt – damit würde der Aufbau aber wesentlich komplizierter werden…

Und: werde ich wieder machen.

{ 5 } Comments

  1. Pat | 2015/7/3 at 04:05 | Permalink

    Zum Räuchern eignen sich auch die verschiedensten Holzsorten, denn alle geben einen unterschiedlichen Geschmack und daher eine eigene Note. Auch Ahorn, Eiche, Erle und Birke lassen sich gut dafür verwenden. Besonders beliebt sind auch Obsthölzer wie Kirsch oder Apfel. Gruß

  2. crissie | 2015/9/3 at 01:38 | Permalink

    wär ich nie drauf gekommen! (vielleicht auch aufgrund des faulheit-syndroms, das ist eine neu entdeckte psychische störung, tritt oft bei herbstanfang ein). ob man vielleicht auch bald die andere art von kohle selber machen kann?

  3. Marco | 2016/6/5 at 05:15 | Permalink

    Super Idee, die Kohle mal selbst herzustellen. Vor allem natürlich wenn man noch ein paar Abschnitte zuhause oder von der Arbeit übrig hat. Da kann man den einen oder anderen Euro sparen. Endergebnis sieht wirklich super aus. Nur der Schwund ist wahrscheinlich größer als Gedacht, wenn man das das erste Mal macht. Liebe Grüße und danke für die tollen Bilder. Marco

  4. tomsn | 2016/6/14 at 12:16 | Permalink

    Das kann man auf jeden Fall mal ausprobieren. Zudem sieht es nicht all zu schwer aus.
    Super Tipp! Gruß

  5. smoky | 2016/6/20 at 12:10 | Permalink

    Holzkohle selbst machen? Muss ich auf jeden Fall mal testen. Hab vom letzten Gartenumbau noch etliches an Buchenholz übrig 🙂
    Danke für den Tipp

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